Immer an deiner Seite

Seit ich 7 Jahre alt bin hatte ich täglich mit Pferden zu tun.

Angefangen an einem Welsh B Stall wo Ställe ausmisten,putzen und das Versorgen der Ponys Vorrang hatte. Ans reiten war dort kaum zu denken.
Mit 11 Jahren wechselte ich dann zu meinem Onkel, der gerade einen Reitstall gepachtet hatte. Ich bekam Reitstunden, meine erste Rb und bald kamen auch die ersten Turniere. Mit 17 Jahren musste ich leider aufgrund von Schule etc pausieren. die Pause dauerte leider länger als geplant.

Mit 24 (2012) lag mein Freund, der keine Pferde mag, mir in den Ohren ich solle doch endlich wieder reiten gehen, er merke,dass es mir fehlt. Und er hatte Recht.

Also bin ich wieder zu meinem Onkel, hatte ein Gespräch mit ihm, in dem ich erwähnte,dass ich auch gerne endlich mal ein eigenes Pferd hätte, aber erstmal wieder Reiterfahrung sammeln müsste und das eigene Pferd also auch noch warten musste. Meine Anforderungen lauteten: mindestens 6 Jahre alt, Wallach und auf gar keinen Fall einen Schimmel.
Als mein Onkel das hörte, fragte er mich, ob ich mir nicht doch mal den dreijährigen Wallach, der auf seiner Weide steht und mal Schimmel wird, ansehen möchte. Er stünde erst seit einigen Tagen bei ihm, müsste noch aufgepäppelt werden und sein Besitzer wollte ihn verkaufen. Ich ging also zur Weide sah ihn mir an und sah ihn ihm alles, aber nicht mein Traumpferd.

Stark abgemagert und ein viel zu großer Kopf mit viel zu großen Ohren. Trotzdem fing ich an mit ihm zu arbeiten, was nicht sehr leicht war, da er sich ohne andere Pferde nur aufgeregt hat. Sah oder hörte er andere Pferde, während ich ihn in der Stallgasse putzte, zerriss er die Führstricke und war weg.

Ich erfuhr erst hinterher, dass er auch nie das Fohlen ABC gelernt hat. Nachdem ich zwei Monate mit ihm gearbeitet habe, kam ende Oktober der Schock: Der Besitzer wollte ihn zum 1.11. verkauft haben und hatte schon potentielle Käufer. Ich zweifelte stark, gab es doch immer noch viele viele Missstände zwischen Dino und mir….aber 2 Monate harte Arbeit einfach wegwerfen? NEIN! Mit Hilfe meines Vaters kaufte ich meinen Esel vom Fleck weg. Wir blieben noch ca 1 Jahr bei meinem Onkel, dann entschied ich mich, mein Pferd näher zu mir zu stellen, da eine halbe Stunde Fahrtzeit bei Wechselseitig nur schwierig zu bewältigen war.

Also zog Dino zum 1.10.2013 um. Wir waren glücklich am neuen Stall, Dino hatte 5 Weidekumpel mit denen er raufen konnte. Im April 2014 bemerkte ich dann plötzlich eine Wesensveränderung ins negative. Er war total aufgeregt, nass geschwitzt und stand nicht eine Sekunde still. Ich rief meine Tierärztin, die ihn abhörte und feststellte, dass etwas mit dem Herzen nicht in Ordnung sei, ich solle eine Kardiologin kommen lassen. Zwei Wochen später wurden ein EKG und ein Herzultraschall gemacht. Diagnose: Vorhofflimmern.

Ich war am Boden zerstört, habe mich mit den Tierärzten beraten wie wir jetzt weiter verfahren. Zu aller erst kamen wir zu dem Entschluss, dass ein erneuter Stallwechsel mit 24h Weide zur besseren Genesung nach Klinikaufenthalt her muss. Also zog mein Esel zum 01.05. wieder um. 2 Wochen später ging es dann für 2 Wochen in die Klinik, wo er auf den Kopf gestellt wurde um mögliche Ursachen zu finden. Nichts. Die Nacht in der Ladino das Medikament bekommen sollte war für mich grauenhaft. Mir wurde klar gemacht, dass unsere Chancen Dino wieder mit nach Hause zu nehmen 50:50 lagen. Ob er jemals wieder reitbar wird war mir egal. Ich wollte ihn nur wieder mit nach Hause nehmen können. Morgens dann der erlösende Anruf. Das Herz ist ihm Rhythmus, Dino hats geschafft, ist nur noch etwas schlapp, frisst jedoch Heu. Ich heulte vor Freude und dachte nur “Mein Kämpfer”.

So holten wir Dino einige Tage später gesund aus der Klinik ab. Nun bahnten sich jedoch die nächsten Probleme an. Ein gesunder 5 – jähriger Jungspund, der zum ersten Mal sowas wie Muskeln zu haben schien, wollte sich testen, hatte auch kein Vertrauen mehr zu mir. Also holte ich mir einen Bodenarbeitstrainer, der nach TgT arbeitet und seitdem geht es bergauf. Ich fange jetzt langsam an meinen Esel auszubilden, er ist wieder voll reitbar. Mittlerweile werde ich auch wieder wiehernd begrüßt und er kommt direkt auf mich zu wenn ich ihn von der Weide hole. Ich bereue nicht eine Sekunde dieses Pferd gekauft zu haben und mittlerweile sieht er echt toll aus, mit dem “ausschimmeln” lässt er sich glücklicherweise auch Zeit 😀


von Kirstin Cousin