Mein Picasso

274_img-20140323-wa0035_jpg1c7a92cbebd5b4e99097ce70603fe7e4Nun was soll ich sagen, ich denke jeder Besitzer sagt von seinem Pferd es sei das tollste! Auch ich: Picasso war der tollste.

Picasso, Spitzname Pi, war ein Appaloosawallach. Besonderes Merkmal: Pippilangstrumpfpferd. Wir bekamen Pi im Alter von drei Jahren. Er war noch nicht angeritten aber es war Liebe auf den ersten Blick. Meine Mutter stand an seiner Box und wurde erstmal gezwickt, als wolle er sagen: “Hier nehmt mich!” Ein Proberitt war auch drin, obwohl Picasso noch nicht angeritten war ließen mein Bruder (damals 6) und ich (damals 8) es uns nicht nehmen Pi Probe zu reiten. Und siehe da ein super braves Pferdchen. Nun, so kam er dann zu uns.

Nach zwei tragischen Erkrankungen konnten wir ihn dann mit 6 Jahren einreiten. Da er für sein zartes Alter schon viel durchmachen musste (doppelter Muskelriss und unbekannte Virenerkrankung) war er mehr zu einem Hund mutiert. Er ging mit mir durch Dick und Dünn! Ein Blick in meine Augen und er erkannte sofort meine Laune. Jeden Tag schenkte er mir Freude und Anerkennung für all das was man ihm gab, Liebe, Training und Spaß!

Nun vergingen die Jahre schnell und Pi war 15 Jahre alt. Er und sein bester Freund, mein Neffe 2,5 Jahre alt, waren die besten Freunde. Er liebte es auf seinen kleinen Kumpel aufzupassen und mit ihm spazieren zu gehen. Mein Neffe konnte sich alles erlauben. Am liebsten spielten die beiden nachlaufen. Es war einfach toll die beiden zu sehen. Der Umgang mit diesem kleinen Menschen war atemberaubend.

Leider verstarb Picasso am 04.11.2013 an einem Tumor im Kopf. Ich kriege heute noch eine kalte Schauer, wenn ich an diesen Tag denke. Es war 10 Uhr morgens. Heute um 20 Uhr soll Picasso eingeschläfert werden. Ich wollte ihm am liebsten nicht von der Seite weichen. Mein Neffe kam mit seiner Mutter vorbei um sich zu verabschieden. Picasso hatte allerdings Schmerzen und ließ keinen ausser mich an sich ran. Er rannte permanent durch die Box und gegen die Wände. Mein Neffe und seine Mutter haben versucht in die Box zu gehen und Tschüß zu sagen. Keine Chance, zu gefährlich mit dem Kind. Wir schickten ihn spielen damit seine Mutter für ihn Tschüss sagen konnte. Nach 10 Minuten wollte ich wieder alleine sein und die restlichen Stunden mit ihm verbringen. Also riefen wir Julian und sagten er soll Picasso winken. Plötzlich blieb Picasso stehen und erstarrte, als wolle er sagen: Komm rein! Wir holten Julian auf den Arm und trugen Ihn zu seinem Kumpel. Unter Tränen. Julian schaute uns an und sagte: Mama nicht traurig sein, Wera nicht traurig sein. Picasso bitte auch nicht. Alles wird gut! Und jetzt Tschüss! Er streichelte Picasso übers Auge und gab ihm ein Küsschen. Mir stehen heute noch die Haare wenn ich daran denke! Der Zeitpunkt war leider viel zu früh gekommen. Das ist nur für Dich mein Schatz: Ich vermisse dich und Julian erst! Wir denken so oft an Dich und hoffen Dir geht es jetzt gut da wo du bist! 🙁


von Wera Müller