Es war 2008 als ich gerade meine Reitbeteidigung schweren Herzens aufgeben musste , und eigentlich das reiten komplett aufgeben wollte als ein guter Bekannter von uns mir anbot das Pferd welches er vor kurzem gekauft hatte zu reiten da dieses sehr schwer im Umgang war. Er hatte ihn mit seinem Voll-Bruder in Polen gekauft als Kutschpferde, da sein Bruder aber beim Transport einen Unfall hatte landete er schlussendlich bei mir und sein Bruder ging zurück nach Polen. “Er” weil ich fast 1/2 Jahr nicht wusste wie er heißt. Unser erstes Treffen war sehr hektisch und überstürzt, es hieß zu mir geh in den Stall da steht er richtest ihn und gehst hoch in die Halle. Wir waren beide sehr nervös und nichts hat so wirklich geklappt. Trotzdem habe ich gemerkt das irgendwas anders ist als mit den Pferden die ich sonst geritten habe. Weil er mir es dennoch sehr angetan hatte, habe ich beschlossen ihn auszubilden und zu reiten. Wir sind regelmäßig in Unterricht gegangen und haben wahnsinnig schnell sehr große Fortschritte gemacht er war sehr lernwillig und unersättlich. Trotz zahlreicher schweren stürze die ich von ihm erlitten habe und das ganze Geschwätz der anderen Reiter das es eine Zumutung und lebensmüde wäre so ein Pferd zu reiten, ,habe ich nicht aufgeben es hat uns nur noch mehr zusammen geschweißt und ich wusste irgendwann kann ich dieses Pferd reiten. Als sich dann auch noch raus gestellt hat das er anstatt 5 Jahre erst 2 jährig ist, war das Chaos perfekt. Im Winter 2009 hat der Besitzer ihn zu sich nach Hause geholt, das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Eines Tages nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fuhr bei dem Besitzer Zuhause vorbei und der sagte ganz salopp zu mir ” na kennst ihn noch ?” Als ich ihn etwas verdutzt ansah deutete er auf den Stall. Etwas verunsichert ging ich hinein. Dort stand er hinter Gittern in einer kleinen Box, bei uns hatte er einen riesigen Offenstall und sehr viel Platz. Da stand er mit einem toten kalten Blick in den Augen die Box hatte er bereits komplett auseinander genommen. Ich kämpfte mit den Tränen und als ich meine Hand durch das Gitter steckte um ihn zu streicheln, biss er mich als ob er sagen wollte ” wieso hast du das zugelassen” ich konnte aber nichts tun. Mit schlechtem Gewissen ging ich wieder auf dem Heimweg konnte ich die Tränen nicht mehr halten. Als ich alle Hoffnung aufgegeben hatte kam der Besitzer auf mich zu und fragte ob ich mich während er im Urlaub ist um das Pferd kümmern könne und ihn wieder mitnehmen würde. Ich stimmte natürlich zu. Seid dem ist er wieder an meiner Seite. Ich kann leider nicht jede unserer Geschichten erzählen das würde noch einige hundert Seiten mehr bedeuten. Aber mittlerweile sind wir ein untrennbares Team. Hauptsächlich reiten wir mit Halsring und ohne Sattel. Gehen zusammen durch dick und dünn dieses Jahr ist er schon 6 jahre an meiner Seite und ich habe ihm geschworen das ich ihn nie wieder gehen lasse. Sobald der Besitzer zustimmt werde ich ihn kaufen und niemals wieder im Stich lassen. Er ist nicht nur mein bester Freund der mich tröstet wenns mir mal schlecht geht er ist mein Seelenverwandter ich schaue ihn an und sehe mich, die Bindung zwischen uns ist nicht zu beschreiben. Aber eines ist klar er ist mein Seelenpferd.
von Sinah